Dritte Fallstudie des Semesters von topsystem lässt Vorlesungszeit ausklingen

topsystem_Tim-Just_468

Tim Just, Geschäftsführer im Bereich Logistik von topsystem

Am 26.01.2018, passend zum Ende der Vorlesungszeit des Wintersemesters 2017/2018, wurde die dritte und letzte Fallstudie des Semesters den Studierenden des Studiengangs Wirtschaftsinformatik an der FH Aachen präsentiert. Als Kooperationspartner für die Fallstudie mit dem Titel "Einführungs eines ERP-Systems - make or buy" konnte die topsystem Systemhaus GmbH gewonnen werden. Präsentiert wurde die Fallstudie von dem Geschäftsleiter des Bereiches Logistik von topsystem, Tim Just, der früher selbst Informatik an der RWTH studiert hatte.

Der Logistikbereich von topsystem zeichnet sich vor Allem durch die Komplettlösung zur mobilen Datenfassung, genannt "Lydia", aus. Hierbei handelt es sich um ein "pick-by-voice"-System, das die Fachkräfte im Warenlager bei der Durchführung ihrer Aufgaben, bspw. bei der Zusammenstellung von Warenlieferungen, unterstützt. Die Mitarbeiter tragen ein Headset über das sie ihre Arbeitsanweisungen erhalten. Haben sie einen Arbeitsschritt abgehakt, teilen sie dies wiederum dem System über das angebrachte Mikrofon mit. Diese Informationen liegen sofort digital vor und können von verbundenen IT-Systemen weiterverarbeitet werden. Somit müssen die durchgeführten Aktionen nicht mehr manuell erfasst werden, wodurch die Fehlerquote in den Prozessen sinkt. Zusätzlich haben die Mitarbeiter ihre Hände frei, da sie nicht länger Papierlisten mit sich tragen müssen. Viele große Handelshäuser, Warenumschlagszentren und Zentrallager sowie namhafte Logistik-Diensleister setzen Voice-Systeme bereits ein.

Um Kundenanforderungen abdecken zu können wurde ein umfangreicher Produktstandard entwickelt, sowohl für die angebotene Software als auch für die Hardware. Um eine Reduktion manueller Aktivitäten (Forecast-Auswertungen, Stammdatenpflege, etc.) zu erreichen, entschied sich topsystem eine integrierte ERP- und CRM-Umgebung zur Prognose, Planung und Durchführung von operativen Aufgaben einzuführen. Kombiniert mit Daten aus dem Vertrieb soll durch akkuratere und automatisierte Forecasts insbesondere die Lieferzeit für die Hardware auf Kundenseite reduziert werden und die Reaktionszeit und -fähigkeit erhöht werden. Da die Hardware für die Voice-Lösung unter anderem von topsystem gefertigt wird, müssen Lagerhaltung und Produktion mit dem Sales-System integriert sein. Prognosen über Absatzzahlen bilden dabei die Grundlage für eine effektive Planung der Beschaffung und Fertigung. Eine integrierte Zeiterfassung soll es jedem Projektleiter und der Unternehmensführung ermöglichen, auf einen Blick zu erkennen, wie wirtschaftlich ein Projekt ist. Da alle abrechungsrelevanten Daten in diesem System gesammelt sein sollen, wird zudem eine Automatisierung der Rechnungsstellung in Planung gestellt.

Zur Bereitstellung von Informationssystemen wurde in der Vergangenheit häufig der "make"-Ansatz verfolgt. Aufgrund des als speziell eingestuften Anwendungsfalls des System wurde dieser Ansatz als effizient erachtet. Eine erneute Kosten-Nutzen-Rechnung führte jedoch zu dem Entschluss, dass in diesem Fall ein System am externen Markt beschafft werden sollte. Die Investition in ein solches System, welches die Anforderungen ausreichend abdeckt, langfristig erweiterbar ist und auch die Mitarbeiter in Sachen Bedienbarkeit zufriedenstellt, wurde geringer eingestuft, als die Investition in eine eigene Entwicklung. Dabei sind bei dem "purchase"-Ansatz ebenfalls Folgekosten durch Support, Wartung und Softwarepflege zu betrachten. Ein Vorteil bei diesem Ansatz besteht darin, dass Anbiete, die sich auf diese Produkte spezialisieren, mehr Kompetenzen besitzen und ein größeres Interesse haben diese Systeme lauffähig zu halten. Zusätzlich wurden Oppotunitätskosten betrachtet: Die internen Kosten, die durch die fehlende Verfügbarkeit von Software-Entwicklern für das Kerngeschäft entstehen würden, und die daraus resultierende, potenzielle Verzögerung oder Qualitätsreduktion in der Produktentwicklung für den Vertrieb, übersteigen kumuliert die Anschaffungskosten eines extern entwickelten Systems. Das gilt auch für Verzögerungen in Projekten oder einen potenziellen Image-Verlust am Markt bei zu langsamer Produktinnovation, der bei einer eigenen Entwiclung prognostiziert wurde.

Zum jetzigen Zeitpunkt befindet sich das Unternehmen in der Umsetzungsphase, in der gemeinsam mit Beratern des Lieferanten die Prozesse konfiguriert werden, um das System so auf die beschriebenen Anforderungen anzupassen.

Nach dem Vortrag waren die Studierenden gefragt ihre Ausarbeitungen zu der Fallstudie vorzustellen. Sie mussten hierzu bspw. nach Alternativen zu "pick-by-voice" recherchieren und die Systeme miteinander vergleichen und eigene Pro- und Kontra-Argumente für die "make-or-buy"-Ansätze für den vorgestellten Fall aufführen. Daran angeknüpft war eine Fragerunde, in der die Studierenden ihre eigenen Fragen zum Thema an Herrn Just stellen konnten. Durch die vorherigen Fallstudien routiniert geworden, bohrten die Studierenden dabei nach Schwachstellen im System sowie gewinnbringenderen Vermarktungsmodellen, was zu lebhaften Debatten zwischen allen Beteiligten führte.

Wir möchten uns an dieser Stelle noch einmal recht herzlich bei Herrn Just für die Präsentation und die Diskussionen, sowie bei den Mitarbeitern von topsystem für die Erstellung der Fallstudie, bedanken!

SOPTIM AG steht WI-Studierenden bei zweiter Fallstudie Rede und Antwort

180129_HOLZ_HORL_BOEA_01_klein

v. l. n. r.: Herr Holzäpfel-Stein (Programmer), Frau Zimmermann (Customer Experience Manager), Herr Böhm (Personalmanagement) von der SOPTIM AG.

Am 20.12.2017 fand die Präsentation der zweiten Fallstudie im Rahmen der Vorlesung "Einführung in die Wirtschaftsinformatik" des Studiengangs Wirtschaftsinformatik statt. Thema war hierbei "Software und Dienstleistungen für die Energie-Branche", als Partner konnte hierfür die in Aachen ansässige SOPTIM AG gewonnen werden.

Seit der Liberalisierung des Energiemarktes im April 1998 entstehen immer mehr Unternehmen, die sich auf diesem Gebiet etablieren möchten, entsprechend groß ist heutzutage der Wettbewerb. Die SOPTIM AG hat sich auf die Bereitstellung von optimierter Software für eben solche Unternehmen spezialisiert. Da aber auch diese Art der Dienstleistung immer härter umkämpft wird, hat die SOPTIM AG 2017 ihr Lizenzmodell umgestellt: Kunden können von nun auf das sogenannte "Partner"-Modell umstellen. Gehörte früher zum "klassischen" Lizenzmodell lediglich die Wartung und Installation der angebotenen Software beim Kunden, umfasst das Modell heute zusätzlich eine eigene Community. In dieser können sich Unternehmen auf der von SOPTIM bereitgestellten Plattform untereinander austauschen, Probleme sowie Lösungen diskutieren und das weder orts- noch zeitgebunden. Dabei spielt es keine Rolle, ob die gerade kollaborierenden Unternehmen eigentlich Konkurrenten auf dem Markt sind: Bei der gemeinsamen Behandlung von unternehmensrelevanten Themen können neue technische Ideen entstehen, die in Kooperation mit den Partnern umgesetzt und angewendet werden können. Abgerundet wird das Modell durch ein individuelles Serviceangebot, bei dem jeder Partner bspw. einen dedizierten Berater bei SOPTIM zur Seite gestellt bekommt, der on demand per Telefon oder vor Ort zur Verfügung steht und eine reduzierte Wartezeit bei der Problembehebung liefert. Die Investition in das Partnermodell soll den Kunden so bei der Umsetzung seiner Geschäftprozesse unterstützen und die Weiterentwicklung der vorhandenen Software fördern.

Nach dem Vortrag stellten die Studierenden ihre Lösungen zu den zur Fallstudie gestellten Aufgaben vor: Hierbei ging es bspw. darum, was aus ihrer Sicht für und gegen das vorgestellte Partnermodell spricht, welche Vorteile das digitale Anwendertreffen den Partnern bringt und welche Schwierigkeiten für Unternehmen entstehen können, wenn Konkurrenten gemeinsam an (internen) Problemen arbeiten. Anschließend hatten die Studierenden die Gelegenheit ihre eigenen Fragen an die Vertreter der SOPTIM AG zu stellen, was zu regen Diskussionen führte. Zum Abschluss konnte der Abend dann noch bei einer kleinen Weihnachtsfeier mit Glühwein und Keksen gemütlich ausklingen.

Wir möchten uns an dieser Stelle noch einmal recht herzlich bei Frau Zimmermann, Herrn Holzäpfel-Stein und Herrn Böhm für die Zusammenarbeit bei der Erstellung der Fallstudie sowie die anregenden Diskussionen bei der Präsentation bedanken!

Die Fallstudie wurde von Herrn Prof. Dr.-Ing. Martin Wolf und Ilir Tahiri, HiWi am ITOM der FH Aachen, erstellt.

GHOST Jahresrückblick

GhostFeiertageBanner%5B3073%5D

2017 nähert sich dem Ende und mit ihm ein großer Abschnitt in der Entwicklung von GHOST.

Dieses Jahr brachte einige Fortschritte mit sich. Mit seinem Anfang begann die Implementierung in Unity 3D und die ersten Versionen des Raumschiffes und der Charaktere wurden gebaut. Zusätzlich entstand die Lobby, eine Umgebung in der der Spieler sich vor Eintritt in die Spielrunde befindet.

Im Frühjahr wurde viel am Dialogsystem getüftelt und die Entwicklung eines MiniSpiels wurde in Gang gesetzt. Außerdem wurde das Questsystem aufgebracht und die ersten Teile dieses Konzepts bereits entwickelt. Zusätzlich entstand die erste Version von GHOST VR, eine Möglichkeit das Raumschiff in Virtual Reality zu betreten. Das begleitete das Team auf mehrere Events und mache einen positiven Eindruck bei den Ausprobierenden.

Im Sommer fand ein großer Merge statt, bei welchem die Entwickler ihre unterschiedlichen Aufgabenbereiche im Team zusammenbrachten. Diese Aktion zeigte, dass konservative lange Arbeiten an getrennten Branches viele Herausforderungen aufweist und resultierte in einer neuen Arbeitsweise: Häufigere Merges zum früheren und schnelleren Teilen und Angleichen der Teilbereiche. Damit wurde das System der Topic-basierten Branches umgesetzt.

Des Weiteren wurde im Sommer unsere Studie zu Kamerapositionen und Steuerungsmethoden durchgeführt. Hier testeten wir verschiedene Methoden zur Steuerung eines Tablet-Spiels aus, wobei wir nicht nur verschiedene Altersgruppen und Geschlechter berücksichtigten, sondern auch Tests mit unseren Wirtschaftspartnern durchgeführt haben. Hier fand die prototypische Version von GHOST bereits Anklang. Aus den Ergebnissen arbeiteten die Entwickler den Sommer lang ein Kamerakonzept heraus. Und GHOST als Spiel mit Point-und-Click Steuerung als simple Mechanik wurde geboren.Der Haupttestort auf der GHOST – die Brücke- wurde daraufhin verändert. Das zwei-etagige Design wurde verworfen und machte Platz für ein eindrucksvolleres und übersichtlicheres ein-etagiges.

Schon im Spätsommer begannen die Überlegungen für NPC Bewegungen und die ersten Bricks wurden geschrieben, auch wenn ihre Verwendung und Optimierung noch ein paar Monate auf sich warten ließ.

Im Herbst bekam die GHOST ein neues Äußeres. Eine neue Zeichnung verpasste dem Raumschiff ein Design das besser zum Innenleben passt. Außerdem begann die Implementierung der Dialoge und Logik von Runde 1. Dies sorgte für Verbesserungen im Dialogsystem und die Optimierung unserer LogicBricks, mit denen die Logik in den Runden implementiert wird. Die Implementierung von Runde 2 folgte etwa einen Monat nach Runde 1 gemeinsam mit dem Bau des Kommunikators.

Gegen Ende des Jahres kamen noch Kamerafahrten und NPC Bewegungen hinzu mit denen das Spielgeschehen belebter und dynamischer wurde.

Insgesamt wurden dieses Jahr 70 Logic Bricks (Logik-Bausteine für die Entwicklung) in sechs verschiedenen Kategorien entwickelt, zwei Mitglieder haben das Team verlassen, zwei sind hinzugekommen und die erste Runde wurde fertiggestellt.

Zum Abschluss des Jahres wurde Runde 1 so gut wie vollendet, Runde 2 spielbar gemacht, ein Kompass zur Orientierung eingefügt und endlich der Kommunikator mit seiner ersten Funktion eingebaut. Wir haben ein Model für unsere Drohne erstellt, welches den Platzhalter in Lagerraum ersetzt. Außerdem feierte unser GHOST Git am 08.12. seinen ersten Geburtstag. In unserem Blog können Sie die Entwicklung der GHOST nachverfolgen

Für den Anfang des neuen Jahres nehmen wir die Vollendung und das externe Testen der ersten beiden Runden ins Auge. 

Erste Fallstudie des Semesters versüßt WI-Studierenden die Vorlesung

IMG-20171123-WA0002

Herr Kreder (li.), IT-Abteilungsleiter im Lindt-Werk in Aachen, und Herr Prof. Dr.-Ing. Martin Wolf.

Am 15.11.2017 wurde die erste Fallstudie des Wintersemesters 2017/2018 im Rahmen der Vorlesung „Einführung in die Wirtschaftsinformatik“ des Studiengangs Wirtschaftsinformatik präsentiert. Thema war dabei die „Verbesserung der Stammdatenqualität von Produkten des Unternehmens Lindt“.

Herr Kreder, IT-Abteilungsleiter im Lindt-Werk in Aachen, führte anhand einer ansprechenden Präsentation durch das Thema und erklärte den anwesenden Studierenden zunächst wie Stammdaten erhoben, kategorisiert, verifiziert und verwendet werden. Danach drehte sich alles um den Hauptpunkt der Studie, nämlich wie Lindt diese Prozesse gezielt mit Hilfe von spezieller Software optimieren kann. Die Lösung von Problemen und Hindernissen, die sich der IT-Abteilung in den Weg stellen, auf digitaler Ebene aber auch seitens der Mitarbeiter, war dabei ein wichtiger Punkt.

Im Anschluss wurden die Lösungsvorschläge, die die Studierenden zu gestellten Aufgabe zur Fallstudie erarbeitet hatten, mit Herrn Kreder diskutiert. Dabei ging es bspw. darum, wie Prozesse aussehen könnten, die die Stammdatensätze auch bei Produktveränderungen vollständig und korrekt halten oder wie die Weiterentwicklung einer eingekauften Software zu Problemen im Unternehmen führen könnte.

Zum Abschluss stand Herr Kreder den Studierenden zu ihren eigenen Fragen Rede und Antwort, was diese fleißig nutzten. In diesem Zusammenhang möchten wir uns nochmals herzlich bei Herrn Kreder für die Zusammenarbeit bei dieser Fallstudie bedanken!

Die Fallstudie wurde von Prof. Dr.-Ing. Martin Wolf und Tobias Moulen, HiWi am ITOM der FH Aachen, erstellt.

Exkursion zur 47. Jahrestagung der Gesellschaft für Informatik e.V. an der TU Chemnitz

Vom 25.09.2017 - 29.09.2017 besuchten das ITOM Team, sowie die Mitglieder des Interdisziplinären Projektes „makeIT (true)“ (für MCD und Informatik) die 47. Jahrestagung der Gesellschaft für Informatik e.V. an der TU Chemnitz.  Neben spannenden Vorträgen, organisierten Prof. Dr.-Ing. Martin R. Wolf und Johannes König einen Workshop zum Thema „Competence Developing Games“. Der gut besuchte Workshop enthielt einen Theorie- und einen Praxisteil. Während im Theorieteil neue Modelle, Frameworks, Evaluationen oder Ergebnisse präsentiert wurden, konnten im Praxisteil CDGs oder CDG Prototypen getestet werden.

Das ITOM präsentierte in diesem Rahmen das Projekt GHOST, welches von den Gästen getestet werden konnte. Außerdem gaben die Studierenden von „makeIT (true)“ einen ersten Einblick in Ihren Prototypen und holten sich so gleichzeitig noch gute Ideen für die Weiterentwicklung.

Eine Übersicht über die weiteren Workshops der 47. Jahrestagung der Gesellschaft für Informatik e.V. bekommen Sie hier. Für eine genaue Übersicht des „Competence Developing Games“ Workshops klicken Sie hier.